Antwort vom Roboter

Kurznachrichtendienste wie Kik und Whatsapp entwickeln sich zu Plattformen für virtuelle Assistenten, die spezialisierte Apps ersetzen könnten.

Als in Stanley Kubricks «Odyssee im Weltraum» mit dem «HAL 9000» ein Computer menschenähnliche Züge aufwies, war das für die Kinobesucher noch pure Fiktion. Inzwischen jedoch sind wir den virtuellen persönlichen Assistenten einen grossen Schritt näher gekommen, wie die entsprechenden Angebote Siri von Apple und Google Now zeigen.

In Zukunft könnten die digitalen Helfer zum nächsten grossen Trend werden, und zwar als sogenannte Chatbots. Diese virtuellen Assistenten sind keine eigenständigen Programme. Vielmehr handelt es sich um Applikationen, die innerhalb einer Kurznachrichten-App laufen, beispielsweise in Facebook Messenger, in Telegram, WeChat oder Kik. Aufgerufen werden die Dienste durch eine ganz normale Kurznachricht. Bei Facebook kann der Adressat eine Facebook-Seite sein. In der Kik-App kann man nach der Applikation suchen oder eine Art QR-Code einscannen. Danach erscheint der Chatbot wie ein ganz normaler Kontakt in der Liste der Konversationen.

Die bis jetzt existierenden Chatbots zeigen erst den Anfang einer vermutlich bedeutenden Entwicklung. So kann man in Facebook Messenger beispielsweise mit «Poncho» sprechen, um mehr über das Wetter zu erfahren. Solange man beim Thema bleibt, funktioniert das sogar ganz gut, manchmal ist es auch amüsant. Auf die Frage, ob man morgen kurze Hosen tragen könne, antwortet Poncho mit einem «Du könntest. Aber vielleicht frierst du dann». Andere Chatbots wie derjenige von CNN liefern aktuelle News, wiederum andere erzählen Geschichten oder erklären dem Nutzer, was auf einem Bild abgebildet ist, das man an sie schickt.

Kleider von H&M
Mehr Möglichkeiten bietet schon heute der Messaging-Dienst Kik. Hier kann man zum Beispiel mit einem virtuellen Helfer der Kleiderladenkette H&M nach geeigneten Outfits suchen und sie auch gleich bestellen. Dazu versucht der Chatbot zunächst, den Geschmack des jeweiligen Nutzers herauszufinden.
Das tut er, indem er verschiedene Outfits gegenüberstellt und nach den persönlichen Vorlieben fragt. Danach kann man sich Vorschläge für einzelne Kleidungsstücke geben lassen.

Verkaufsberatungen dieser Art sind zukünftig möglicherweise ein bevorzugter Einsatzzweck für Chatbots, sagt der Online-Journalist Martin Hoffmann. Andere Dienstleistungen dürften hinzukommen, aber wie sie aussehen werden, ist offen, weil das Phänomen noch zu jung ist. Der kleinste gemeinsame Nenner lautet: Chatbots sind Programme, die Testeingaben automatisch interpretieren und darauf antworten.

Für Martina Dalla Vecchia, Dozentin für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz, kommt der einsetzende Hype um Chatbots nicht überraschend. «Dienste wie Whatsapp haben einen sehr hohen Akzeptanzgrad», sagt sie. «Zudem kann ich als Unternehmen per Chatbot eine flexible Skalierung der Dienstleistung vornehmen und dabei trotzdem individuell auf Kunden eingehen.»

Der Boom der Kurznachrichtendienste geht jedenfalls weiter. Die vier grössten Anbieter zählten im vergangenen Jahr erstmals mehr aktive Nutzer als die vier grössten sozialen Netzwerke. «Damit müssen viele noch klarkommen», sagt Hoffmann. «Gerade hat man sich an Facebook und Co. gewöhnt, und schon folgt der nächste Schritt.» Auch hierzulande verwendet fast die Hälfte aller mobilen Internetnutzer mehrmals täglich einen Messaging-Dienst. Das hat die Agentur Xeit in einer Studie mit 1000 Teilnehmern festgestellt. Zudem macht sich inzwischen bei der Nutzung von Apps eine gewisse Ernüchterung breit. «Neue Apps werden kaum noch entdeckt, und sogar die besten Apps werden nach einer Woche nur noch von der Hälfte der ursprünglichen User benützt», sagt Hoffmann. «Da bieten Chatbots in etablierten Messaging-Diensten eine valable Alternative.»

Mehr Macht
Chatbots könnten für die Anbieter von Messaging-Diensten auch finanziell ein lohnendes Geschäft werden. Die meisten Chat-Apps sind heute gratis. Von der grossen Reichweite ihrer Apps profitieren die Anbieter daher kaum. Chatbots könnten das ändern. Sicher ist wohl: Wenn eine Drittfirma mit einem Chatbot Geld verdient, wird der Anbieter des Messaging-Dienstes etwas davon haben wollen. Denkbar sind verschiedene Ansätze zur Monetarisierung. Hoffmann verweist auf die Möglichkeit, Werbung zu schalten. Und in der Tat will zum Beispiel Facebook Werbung in den Konversationen mit Chatbots erlauben. Andere Messaging-Dienste werden die Schnittstelle nur kostenpflichtig zur Verfügung stellen, und wieder andere könnten sich auch an einem System von Provisionen versuchen: Für jedes Kleidungsstück, das der Chatbot verkauft, bekommt der Messaging-Dienst dann einen Anteil.

Damit würde sich die Macht im digitalen Universum in Zukunft verschieben: weg von Apple und Google und hin zu den Anbietern der Kurznachrichtendienste. «Vielleicht werden wir in Zukunft nicht mehr nach iOS und Android unterscheiden, um die Fähigkeiten eines Smartphones zu charakterisieren», sagt Hoffmann. «Vielleicht verläuft die Unterscheidung in Zukunft zum Beispiel zwischen Whatsapp und Facebook Messenger.»


Dieser Artikel erschien in der NZZ am Sonntag vom 3. Juli 2016.

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Die Silberne Generation

Der Schweizer Fußball boomte in der Zwischenkriegszeit. Ihre wichtigsten sportlichen und politischen Erfolge feierte die Nationalmannschaft in Frankreich – bei den olympischen Spielen 1924 und der Weltmeisterschaft 1938.

Die Schweiz spielt im Fußball eine wichtige Rolle. Sowohl die FIFA als auch die UEFA haben dort ihren Sitz, und im FIFA-Präsidium folgte ein Schweizer auf den anderen. Auch die Schweizer Politik mischt fleißig mit, indem sie recht wenig gegen die Korruption bei den ansässigen Verbänden unternimmt. Was die Nationalmannschaft zeigt, wird hingegen weniger beachtet, auch wenn sie zuletzt einige Erfolge verzeichnen konnte. Die Schweiz qualifiziert sich zwar regelmäßig für große Turniere, kommt dort aber ebenso regelmäßig über Achtungserfolge kaum hinaus. Im Vereinsfußball sieht es nicht anders aus, höchstens der FC Basel sorgt mit seinen Europacup-Auftritten international für Aufmerksamkeit. Kurzum: Der Schweizer Fußball interessiert primär in der Schweiz.

Olympischer Europameister
Das war nicht immer so. Als sich der Fußball in England langsam zum Massensport entwickelte, spielte die Schweiz in seiner Verbreitung im restlichen Europa eine wichtige Rolle. Früh gründeten sich Vereine, die oft von Engländern getragen wurden, die Schweizer Privatschulen besuchten. Mit dem FC Sankt Gallen kommt der älteste noch existierende Fußballklub Kontinentaleuropas aus der Schweiz. Auch in anderen europäischen Länder prägten Schweizer die Entwicklung des Spiels, das wohl prominenteste Beispiel ist Hans Gamper, der am 29. November 1899 den FC Barcelona gründete. In der Zwischenkriegszeit boomte der Schweizer Fußball, Fabian Brändle und Christian Koller bezeichnen diese Phase in ihrem Buch „4 zu 2“ sogar als die Goldene Zeit.

Auch die Nationalmannschaft gehörte damals zu den besten Europas. Zwei Auftritte bei Großereignissen in Frankreich sollten bleibende Erinnerungen hinterlassen – einmal in sportlicher, einmal in politischer Hinsicht. Der sportliche Höhepunkt ereignete sich bei den olympischen Spielen in Paris 1924. Schon in ihrem Eröffnungsspiel gegen Litauen feierte die Schweiz mit dem 9:0 ihren bis heute höchsten Sieg. Im Achtelfinale gegen die Tschechoslowakei musste die Mannschaft zwar nach dem 1:1 ein Wiederholungsspiel bestreiten, gewann dieses aber 1:0. Im Viertelfinale folgte ein 2:1-Sieg gegen Italien, im Halbfinale setzte sich die Schweiz gegen Schweden ebenfalls 2:1 durch. Im Finale war Uruguay dann aber zu stark und gewann 3:0. Die olympische Silbermedaille ist bis heute der größte Erfolg einer Schweizer Nationalmannschaft, nach der Finalniederlage durfte sich die Schweiz zudem als Europameister bezeichnen. Welt- und Europameisterschaften wurden damals noch nicht ausgetragen.

Schwammige Verteidigung
14 Jahre später waren die Weltmeisterschaften schon etabliert, im Juni 1938 fanden sich die besten Nationalmannschaften in Frankreich zur bereits dritten Endrunde ein. Wie schon 1934 hatte sich die Schweiz qualifiziert, die Stimmung wurde 1938 aber noch stärker von politischen Fragen dominiert – auch weil der Schweiz in der ersten Runde Deutschland zugelost worden war. Der Zweite Weltkrieg sollte zwar erst 1939 beginnen, doch die expansive Politik der Nationalsozialisten führte in der Schweiz schon zu einem großen Unbehagen. Insbesondere der „Anschluss“ Österreichs wenige Wochen vor Turnierbeginn nährte die Angst, die Schweiz könnte ihre Unabhängigkeit verlieren.

Zur Wahrung vermeintlich schweizerischer Werte propagierten Politiker, Künstler und Intellektuelle in den 1930er Jahren die „Geistige Landesverteidigung“, das recht schwammige Motto sollte auch in seiner Umsetzung variabel bleiben: So wurde sowohl unter einer linken Perspektive gegen den Faschismus gekämpft als auch unter Zuhilfenahme von völkischem Gedankengut gegen links. Zunächst wurde die „Geistige Landesverteidigung“ gegen den Nationalsozialismus in Stellung gebracht, nach dem Zweiten Weltkrieg gegen den Kommunismus.

Symbolischer Sieg
Das erste WM-Spiel 1938 gegen das nationalsozialistische Deutschland war jedenfalls aufgeladen. Die Tatsache, dass Deutschland mit fünf Spielern aus der „Ostmark“ auflief, verlieh der Sorge der Schweizer um die Zukunft zusätzliches Gewicht, wie Brändle und Koller betonen. Nachdem im ersten Spiel auch nach Verlängerung keine Entscheidung gefallen war, kam es zum Wiederholungsspiel. Nach 22 Minuten lag die deutsche Mannschaft im Parc des Princes schon 2:0 vorne, alles schien entschieden. Doch die Schweiz drehte das Match und gewann schließlich 4:2.

In der nächsten Runde scheiterten die Schweizer an der Tschechoslowakei, dennoch hatte der Erfolg gegen Deutschland hohe symbolische Bedeutung. In den Augen der Medien war es der Sieg eines kleinen, aufopferungsvoll kämpfenden Volkes gegen ein übermächtiges Regime. Die Schweiz habe den „Unbesiegbarkeitsfimmel der braunen Bataillone gestoppt“, schrieb die Basler Arbeiter-Zeitung. Der Schweizer Riegel, wie das von Teamchef Karl Rappan entwickelte, kompakte Abwehrverhalten jener Zeit genannt wurde, wurde zum Symbol der Selbstverteidigung. Was machte es da schon, dass der Wiener Rappan selbst Mitglied der NSDAP war.


Dieser Text erschien im ballesterer #112 und auf der ballesterer-Webseite.

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Betrug am Volk

Wer sich beim Kauf eines Produktes im Internet auf die Bewertungen anderer Nutzer verlässt, geht oft Fälschern auf den Leim. Wie man sich dagegen schützt.

Gefälschte Bewertungen von Produkten im Internet können einem Konzern schweren Schaden zufügen. Der Online-Versandhändler Amazon geht deshalb seit einiger Zeit juristisch gegen solche Einträge auf seiner Plattform vor. Erst Ende April vermeldete der Amazon-Watchblog eine Klage in den USA, die mehreren Betrügern das Handwerk legen soll.

Obwohl Amazon oft im Fokus der Aufmerksamkeit steht, gefälschte Bewertungen kommen auch andernorts vor. Insbesondere jene Branchen sind gefährdet, bei denen Bewertungen eine grosse Rolle spielen. Das sind neben grossen Verkaufsplattformen vor allem Hotels und Restaurants, wie Dominik von Büren von der Marketingagentur Xeit sagt. «Es ist in diesen Branchen wichtig, auf der eigenen Website Vertrauen zu schaffen, zum Beispiel durch positive Bewertungen.» In der Schweiz sei das Problem aber noch nicht so gross wie in anderen Ländern, beispielsweise in Deutschland.

Dieser Ansicht widerspricht der auf IT-Recht spezialisierte Anwalt Martin Steiger. «Allein schon wegen der Anreizstruktur gehe ich nicht davon aus, dass sich das Problem in der Schweiz anders präsentiert als im Ausland.» Besonders für Firmen, die ein ungenügendes Marketing hätten, sei der Anreiz gross, sich über gefälschte Bewertungen in ein besseres Licht zu rücken. In der Tat berichtet Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes, dass immer wieder besorgte Konsumenten anfragen. «Die Leute möchten von uns eine Einschätzung der Seriosität von Bewertungen.»

Modell für Erpresser
Das Fälschen von Bewertungen muss nicht immer von den Unternehmen ausgehen, die sich in ein besseres oder ihre Konkurrenten in ein schlechteres Licht rücken wollen. Auch Erpressungsmodelle seien schon bekannt geworden, sagt Steiger. «Das funktioniert nach dem Motto: ‹Bezahl mich für gute Bewertungen oder ich sorge für schlechte Bewertungen›.» Manchmal könnten sich Kunden durch eine bessere Bewertung auch Vorteile in einem Wettbewerb verschaffen, sagt Sara Stalder.

Wie auch immer: «Wenn ich für ein Produkt, das ich gar nicht gekauft habe, oder für eine Dienstleistung, die ich nicht in Anspruch genommen habe, eine Bewertung abgebe, ist das möglicherweise ein Fall von unlauterem Wettbewerb und damit strafrechtlich sanktionierbar», erklärt Steiger. «Das gilt auch, wenn ich eine solche Bewertung in Auftrag gebe.» Dazu kommen unter Umständen zivilrechtliche Folgen wegen Persönlichkeitsverletzung. Auch die Betreiber von Plattformen für Produkte oder Dienstleistungen sind nicht von jeglicher Verantwortung befreit. «In der Schweiz können Provider für Inhalte verantwortlich gemacht werden», sagt Steiger. Vielleicht sind die Plattformen deshalb vorsichtiger geworden. «Viele Betreiber haben mittlerweile Barrieren eingebaut», sagt Stalder. «Bei manchen kann ich nur ein Produkt oder eine Dienstleistung bewerten, wenn ich auch über diese Plattform etwas gekauft habe.»

Wird ein Betrüger überführt, droht ihm typischerweise eine Geldstrafe, die im Erstfall meist bedingt ausgesprochen wird. Dazu kommt eine Busse von mindestens einigen hundert Franken. Weit schwerer wiegen die Verfahrenskosten, die dem Schuldigen aufgebrummt werden dürften. Diese können ohne weiteres einige tausend Franken betragen. Allenfalls kann der Geschädigte auch noch Schadenersatzforderungen anführen.

Nutzer schlagen zurück
Der Marketingexperte Dominik von Büren verweist auf eine zusätzliche Gefahr. Wenn es sich um Betrügereien handelt, die einen Konkurrenten schlecht oder die eigene Unternehmung gut aussehen lassen, dann bringt ein Bekanntwerden dieser Tatsache einen grossen Reputationsschaden mit sich. «Der Schaden ist dann vermutlich weit grösser als der kurzfristige Nutzen von guten Bewertungen», sagt von Büren. Das sei insbesondere der Fall, wenn die Nutzer zurückschlagen: «Wenn ich ein Produkt gekauft habe, weil die Bewertungen gut waren, sich das Produkt dann aber als schlecht herausstellt, werde ich eher eine negative Bewertung hinterlassen.»

Einig sind sich Steiger, von Büren und Stalder, wie man mit der Tatsache umgehen sollte, dass nicht alle Bewertungen richtig sind. Es geht darum, kritisch zu sein. «Als kritischem Nutzer fallen mir gefälschte Bewertungen schnell auf», sagt von Büren. Er empfiehlt, besonders darauf zu achten, wie sich die Bewertungen verteilen. Nur positive Bewertungen sind verdächtig, erst recht, wenn sie in einem kurzen Zeitraum verfasst wurden, der noch dazu meist gleich kurz nach der Lancierung des Produkts liegt. Stalder stimmt zu: «Kein Produkt und keine Dienstleistung wird von allen gleich gemocht.»

Man sollte auch darauf achten, was im Text zu den Bewertungen steht. Je übertriebener die Formulierung ist und je häufiger der Firmenname erwähnt wird, desto eher handelt es sich um Fälschungen. Stalder betont, dass eine gesunde Skepsis nötig ist: «Es ist wichtig, dass die Leute wissen, dass geschummelt wird. So bleiben sie vorsichtig.» Sie sagt aber auch, dass Bewertungen vieler Kunden eigentlich der beste Weg wären, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu bewerten. «Es ist so etwas wie die Weisheit der vielen», sagt Stalder.


Dieser Artikel erschien in der NZZ am Sonntag vom 12. Juni 2016.

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Journalistischer Abstiegskampf

Gegen Ende einer Saison fallen in den Fussballligen der Welt naturgemäss die letzten Entscheidungen. So zum Beispiel in deutschen Bundesliga am vergangenen Samstag: In der letzten Runde kommt es im Abstiegskampf zum Duell Bremen – Frankfurt. Wer verliert, der muss in die Barrage. Theoretisch wäre für Bremen sogar noch der direkte Abstieg möglich gewesen, hätte Stuttgart seine Partie gewonnen. Am Schluss schafft Bremen den direkten Ligaerhalt, Frankfurt muss in die Barrage und Stuttgart ist zweitklassig.

Bei Zeit Online wagt man eine Einordnung des Beitrags der Bremer Fans zum Klassenerhalt. Da steht dann unter anderem: „Abstiegskampf? Feiertage waren das! Keine Ultras, die Trikots nach Niederlagen als Skalp einforderten, keine Pfiffe, keine Demütigungen verunsicherter Spieler. Stattdessen: Fröhlichkeit.“ Und nur drei Absätze weiter: „Auch in Bremen erhärtete sich vor dem Spiel der Eindruck, dass die Frankfurter Anhänger mutig, manche sogar übermütig sind. Als einige Minuten vor der Ankunft der Busse vier Frankfurter zögerlich die mit Tausenden Werder-Fans gesäumte Einfahrt hinunterschreiten, werden sie zu Beginn angesungen, zur Hälfte des Weges angebrüllt und schließlich, kurz vor dem Stadiontor, weggeschubst. Den Frankfurter Bus bewerfen die Bremer mit Flaschen und Eiern. Es bleiben die einzigen hektischen und unschönen Sekunden an diesem Nachmittag.“

Natürlich kann der Autor des Textes, Fabian Scheler, die im ersten Zitat wiedergegebene Aussage durchaus so geschrieben haben, dass sich die Ultras in Bremen seines Erachtens nach richtig verhalten haben. Gerade so gut möglich ist aber, dass er denkt, die Ultras hätten sich gar nicht an dieser guten Stimmung beteiligt. Wie dem auch sei, das zweite Zitat ist interessanter: Vor dem Spiel werden Frankfurter von Bremern angepöbelt und der Mannschaftsbus der Gäste beworfen. Trotzdem scheint das nur eine Randnotiz gewesen zu sein. Sonst sei ja schliesslich nichts passiert. Nur: „Sonst“ ist dann nur noch der Zeitraum nach dem Spiel. Und da hatten die Bremer vermutlich besseres zu tun, schliesslich konnte man den Klassenerhalt feiern. Irgendwie scheint die zentrale Aussage des Textes schon vor dem letzten Spieltag klar gewesen zu sein. Und irgendwie scheinen die Fakten dann nicht so recht gepasst zu haben.

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Wo Möwen ihre Nester bauen

Brighton & Hove Albion hat 20 bewegte Jahre hinter sich: Ein Präsident, der das alte Stadion verkauft, Heimspiele im Exil und auf einem ungeliebten Platz. 

„Seagulls, Seagulls“, hallt es durch das Falmer Stadium des Brighton & Hove Albion FC. Die Mannschaft aus der südenglischen Küstenstadt hat im Spiel gegen Sheffield Wednesday gerade eine Chance vergeben. Der Aufschrei des Publikums hat eine Möwe aufgeschreckt. Sie flattert durchs Stadion und verschwindet im Nachthimmel. Ihr Anblick führt, wie er das immer tut, zu einem langgezogenen Skandieren des Spitznamens des Klubs. Doch die Fans der „Seagulls“ werden an diesem Dienstagabend im März nicht mehr oft Anlass haben, Lärm zu machen. Wie schon drei Tage zuvor beim Auswärtsspiel in Preston schaut am Ende nur ein 0:0 heraus.

Die Küste Brightons

Bereit für den Aufstieg
Es sollte ein kurzes Zwischentief sein. Brighton spielt eine starke Saison. Zu Redaktionsschluss steht der Klub auf dem zweiten Rang der zweiten Liga. Zumindest ein Platz in den Play-offs, in denen die Dritt- bis Sechstplatzierten den dritten Aufsteiger in die Premier League ausmachen, scheint sicher. Drew Whitworth, Redakteur des Fußballmagazins When Saturday Comes, ist optimistisch: „Brighton hat nie zum Schluss einer Saison versagt. Und im letzten Spiel treffen sie auf den direkten Konkurrenten aus Middlesbrough.“

Bekannt ist der Klub aber weniger für sportliche Erfolge, sondern für seinen Charakter. DJ „Fatboy Slim“, der in Brighton seine Karriere startete, ist bekennender Fan des Vereins und war mit seinem Label „Skint“ neun Jahre lang Trikotsponsor. Heute noch besitzt er Anteile des Klubs. Auch ein anderer Musiker gehört beinahe zum Vereinsinventar. Punkrocker „Attila the Stockbroker“ hat die Hymne der Grafschaft Sussex, die auch bei Spielen des Klubs gesungen wird, in einer Ska-Version veröffentlicht, war jahrelang für die Durchsagen bei Heimspielen zuständig und ist durch seine Fußballgedichte zum regelrechten Klubpoeten geworden.

Bisherige Blütezeit des Vereins waren die Jahre 1979 bis 1983 mit Brightons einzigen Saisonen in der höchsten Spielklasse. Damals stand der Klub auch zum einzigen Mal im Finale des FA-Cup, musste sich dort 1983 aber im Wiederholungsspiel Manchester United beugen. Im Unterschied zu damals steht Brighton heute nicht nur sportlich gut da. „Der Klub hat ein Vermögen in das Stadion und in die Trainingsanlagen gesteckt. Die sind jetzt bereits auf höchstem Niveau“, sagt Andy Naylor, Sportchef der lokalen Tageszeitung Argus. „Das Geld, das andere Klubs nach einem Aufstieg für solche Posten ausgeben müssen, kann Brighton in das Team investieren.“ Doch um an diesen Punkt zu gelangen, musste der Klub eine fast 20-jährige Odyssee mit verschiedenen Ligen, Stadien und Besitzern ertragen.

Ein Stadion um 56 Pfund
Der Erfolg der 1980er Jahre fiel in eine düstere Zeit für den englischen Fußball. „Der Verein war gut zu einem schlechten Zeitpunkt“, sagt Whitworth. „Der Fußball war in der Krise, auch wegen des Hooliganismus. Es sind keine Zuschauer gekommen.“ Folglich ging die sportlich erfolgreichste Zeit dem Verein an die finanziellen Reserven. 1993 brachte ein Besitzerwechsel Brighton fast um. Damals übernahm Bill Archer, Betreiber einer Baumarktkette, die Kontrolle über den verschuldeten Verein. Der Kaufpreis: 56 Pfund und 25 Pence. Zwei Jahre später verkaufte Archer die langjährige Heimstätte, den Goldstone Ground, um rund sieben Millionen. Eine neue Spielstätte war zu dem Zeitpunkt nicht vorhanden. „Archer hat die 56 Pfund für das Grundstück gezahlt, nicht für den Klub“, sagt Whitworth. „Er wollte einfach Profit machen. Er hat die Statuten geändert, sodass er Gewinn aus dem Verein ziehen konnte.“

Die Fans waren wenig erbaut darüber. Diverse Protestaktionen inklusive zweier Platzstürme waren das Ergebnis, doch sie brachten nichts. Dass Archer wirklich ein neues Stadion bauen wollte, daran glaubten nur die wenigsten. Da der Präsident nicht unbedingt auf Transparenz setzte, mussten sie echte Neuigkeiten aus der Zeitung erfahren. „Wir haben damals viele investigative Geschichten gemacht“, sagt Journalist Naylor. „Auch deshalb war unser Verhältnis zu Archer getrübt. In den letzten Jahren des Goldstone Ground haben wir sogar Hausverbot gehabt.“ Die Reporter vom Argus wussten sich zu helfen. Aus einer Wohnung, die hoch genug lag, konnten sie ins Stadion fotografieren, und verkleidet schafften es die Journalisten auch weiterhin hinein.

Erschreckend hässlich
Als 1997 das letzte Spiel im Goldstone Ground stattfand, ging es nicht nur darum, sich von der langjährigen Heimstätte zu verabschieden. Brighton war inzwischen in die vierte Liga abgestiegen – und in höchster Gefahr erneut abzusteigen und damit aus der professionellen Football League zu verschwinden. Doch der Sieg gegen die Doncaster Rovers sicherte ein Entscheidungsspiel, im letzten Auswärtsmatch gegen Hereford United reichte ein Unentschieden zum Klassenerhalt. Das sportliche Fiasko war verhindert, doch die Heimstätte verloren. Die nächsten zwei Saisonen musste Brighton im mehr als 100 Kilometer entfernten Gillingham bestreiten. „Für eine Richtung haben wir eineinhalb Stunden gebraucht – und vier Autobahnen befahren müssen“, sagt Naylor. Die Zuschauerzahlen brachen ein.

Nach zwei Jahren konnte der Klub zumindest zurück nach Brighton wechseln. Im Withdean, einem kombinierten Fußball- und Leichtathletikstadion, fand der Klub ein neues Zuhause. Allerdings ein wenig beliebtes. Nach einer Umfrage der Tageszeitung Observer unter Fans galt das Withdean 2004 als viertschlechtestes Stadion des gesamten Königreichs. Dennoch erlebte Brighton dort eine der erfolgreicheren Zeiten der Klubgeschichte. Im Sommer 2002 stand der Klub erstmals nach zehn Jahren wieder in der zweithöchsten Liga. Für Naylor waren gerade die ungünstigen Voraussetzungen des Stadions mit ein Grund für die Erfolge: „Die Gästeteams waren vermutlich oft schockiert, wo sie da spielen mussten.“

Choreo der Brighton-Fans

Stadion im Naturschutzgebiet
Zu diesem Zeitpunkt hatte der Geschäftsmann Dick Knight den ungeliebten Präsidenten Bill Archer bereits abgelöst. Knight trieb die Planungen für ein neues Stadion am Stadtrand voran. Das war jedoch nicht einfach, wie Klubsprecher Paul Camillin erzählt, denn der gewählte Standort Falmer liegt in einer Region, die wegen ihrer landschaftlichen Schönheit unter besonderem Schutz stand. „Diese Einstufung war veraltet“, sagt Camillin. „Nach einem zähen Prozess hat der Klub die nötigen Bewilligungen erhalten.“

Über zehn Jahre dauerte das Bewilligungsverfahren, unterstützt wurden Präsident Knight und seine rechte Hand Martin Perry durch die Fanbasis. Viele Anhänger engagierten sich im Netzwerk „Falmer for All“ für den Stadionneubau. Ihre Geschichten erzählt das Buch „We Want Falmer“, und die dort geschilderte Zusammensetzung der Aktivisten passt perfekt zu Brightons Image als Alternativklub: Punks, Buchhalter und Lehrer sitzen am einem Tisch, um die nächsten Aktionen zu besprechen. Die Funktionäre Knight und Perry sind als Teil der Bewegung dabei.

So unterschiedlich die Aktivisten, so vielfältig ihre Methoden: Vor einer Volksbefragung hängten Fans in der ganzen Stadt Ballone auf, sie verteilten Flyer in der Stadt und schrieben etliche Briefe an einflussreiche Politiker. Dem stellvertretenden Premierminister John Prescott, der eine entscheidende Rolle im Bewilligungsprozess spielte, wurde am Valentinstag 2004 eine überdimensionale Karte geliefert, auf der stand: „Roses are red, Brighton are blue. Our club’s future is all down to you.“

Pokern für Brighton
2011 konnte der Klub schließlich ins Falmer Stadium übersiedeln, 14 Jahre nach dem Auszug aus dem Goldstone Ground hatte Brighton wieder ein Zuhause. Knight hatte dafür jedoch den Präsidentensessel räumen müssen. Er war maßgeblich daran beteiligt, den Umzug zu ermöglichen, für den Stadionbau fehlte ihm jedoch das Geld. Der neue Präsident Tony Bloom, professioneller Pokerspieler und wie Knight langjähriger Fan, investierte 93 Millionen in das Stadion, wollte im Gegenzug aber auch die Kontrolle erhalten.

Waren die Fans in Gillingham und im Withdean noch weitgehend ausgeblieben, verdreifachten sich die Zuschauerzahlen nach dem Umzug auf knapp 20.000. Im Vorjahr lag der Schnitt schon über 25.000, das Stadion wurde mittlerweile auf 30.750 Plätze ausgebaut. „Das dürfte in etwa die richtige Größe sein“, sagt Klubsprecher Camillin. Eine auf Twitter kursierende demografische Analyse bescheinigt Brighton noch mehr Potenzial, nämlich das größte exklusive Einzugsgebiet eines englischen Fußballklubs. Aber Camillin relativiert: „Die Stadt liegt sowohl für Ältere als auch für Jüngere im Trend. Die Älteren bringen ihre Vorliebe für einen anderen Klub schon mit, die Jüngeren kommen eher wegen anderen Vorzügen in die Stadt.“ Die aktuelle Nachfrage sei aber ohnehin zufriedenstellend, immerhin gehört Brighton bei den Saisonkarten schon jetzt zu den erfolgreichsten Klubs des Landes. Und das bei einem Verein, der historisch eher in den unteren Ligen anzutreffen war. So lange wie jetzt, nämlich fünf Jahre, hielt sich der Klub noch nie durchgängig in der zweiten Liga. Camilin sagt: „Vielleicht müssen die Leute erst noch realisieren, dass hier ein guter Klub spielt.“

Brighton Meer


Dieser Text erschien – mit anderen Fotos – im ballesterer #111 und auf der ballesterer-Webseite

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Football’s Red Bully

Red Bull Salzburg ist österreichischer Meister, RB Leipzig in der ersten deutschen Bundesliga angekommen. Der Konzern klebt am Fussball fest.

Die Fussballabteilungen des Getränkeherstellers Red Bull sind seit dem letzten Wochenende so stark wie noch nie. Das befeuert die ohnehin schon hitzigen Diskussionen noch mehr. Bei watson war zum Beispiel zu lesen, auch RB Leipzig werde irgendwann ein Traditionsverein sein. Und so anders als die anderen Clubs sei er ja sowieso nicht. Schliesslich kaufe er gar nicht so übertrieben teuer ein, sondern setze auf die Jugend. Und sowieso: Geld regiert den Fussball. Es gibt nur ein paar Haken daran.

  1. Die Red Bull-Teams immer in eine Aufzählung mit Bayer Leverkusen oder dem VfL Wolfsburg zu bringen, erscheint auf den ersten Blick logisch. Das ist aber aus zweierlei Gründen unsinnig: Zum einen dürfte bei nicht wenigen, die Red Bull im Fussball ablehnen, auch die Sympathie für die sogenannten «Werksklubs» eher bescheiden sein. Zum anderen ist weder Red Bull Salzburg noch RB Leipzig aus einer ehemaligen Werksmannschaft hervorgegangen. Dass einem Verein wie Bayer Leverkusen heute andere Rechte zugesprochen werden als den restlichen Vereinen der Bundesliga, mag störend sein. Aber daraus eine Gleichsetzung mit Red Bull abzuleiten, ist falsch.
  2. Der Fokus auf die Jugendarbeit klingt natürlich erst mal gut. Beim zweiten Blick offenbaren sich aber auch hier Probleme. RB Leipzig ködert junge Spieler mit einer Akademie, die ihresgleichen sucht. Und natürlich mit viel Geld. Der ballesterer hat sich dem Thema in der Vergangenheit bereits angenommen und beschreibt unter anderem ein 250’000-Euro-Geschäft. Hauptprotagonist: ein 15-Jähriger.
  3. Die Vereine Red Bulls sind in erster Linie ein Marketingprodukt. Davon zeugt das penetrante Rahmenprogramm, aber auch oft genug die Stimmung in den Stadien, die eher gezwungen wirkt. Im SENF beschrieben wir das mit «Jedes Mal, wenn wir den Fangesängen der Leipziger lauschen, fühlen wir uns um Jahre zurückversetzt. Die Auswahl der Lieder gleicht denen, die im Espenmoos in den 90ern durch das Stadion dröhnten. Nur dass sie hier nicht dröhnen.» Davon zeugt aber auch das Stadion in Salzburg, das eine einzige rot-blau-gelbe Markenwelt ist. Nochmal der SENF: «Wer den Presseeingang passiert, steht in einem Stadion, dass einem die Marke Red Bull regelrecht mit dem Vorschlaghammer ins Bewusstsein hämmern will. Die Stadionwände sind mit roten Bullen bemalt, oben an allen Treppen gibts Red Bull-Fanklatschen, über die Lautsprecher dröhnt Werbung für sämtliche Sparten des grossen Konzerns. Im Matchprogramm tragen die Rubriken so intelligente Titel wie «Bullevard», die Kinder werden vom Maskottchen «Bulli» unterhalten, der übrigens sogar einen «Bulli’s Skitag» veranstaltet, Deppen-Apostroph inklusive. Das Spiel interessiert indes kaum jemanden.»
  4. Der dritte Punkt geht meist völlig vergessen in den Diskussionen. RB Leipzig ist jetzt erstklassig und wird sich früher oder später ins europäische Geschäft einmischen wollen. Sobald dem ostdeutschen Club aber die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb gelingt, wird das für Red Bull Salzburg zum Problem. Die UEFA verbietet es, dass zwei Teams des gleichen Eigentümers in der gleichen Saison europäisch spielen dürfen (Artikel 5). Die Salzburger waren bisher auf einen Europapokal-Platz abonniert, auch wenn sie auf der europäischen Bühne meist früh und kläglich scheiterten. Wenn sich aber die Leipziger Filiale qualifiziert, dürfte Red Bull für sein österreichisches Team kaum noch Interesse zeigen. Oder aber, und auch das ist zu befürchten, der Konzern schafft es doch irgendwie, geltende Regeln zu umgehen. Schliesslich spielt mit dem FC Liefering auch ein Klub in der österreichischen zweiten Liga, der dort als eigentliche Zweitmannschaft von Red Bull Salzburg nicht spielen dürfte. Egal, ob Salzburg dann seine Ambitionen zurückstecken muss, oder ob Red Bull ein Schlupfloch findet: Beides kann eigentlich nicht im Interesse des Sports sein.

Wie auch immer die Zukunft aussehen mag, so schnell werden sich die Diskussionen zu Red Bull nicht erledigt haben. Oder, wie es im SENF hiess: «Die Fussballabteilungen von Red Bull verteilen sich über die Fussballwelt wie das klebrige Getränk über Bartheken: Einmal nicht aufgepasst und kaum mehr wegzukriegen.»

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Alle Kanäle vereint

Whatsapp, Viber, Messenger: Kurznachrichten werden heute auf vielen Plattformen ausgetauscht. Das Programm Franz fasst sie unter einer einzigen Oberfläche zusammen.

Kommunizieren war früher einfacher. Wer umgehend Feedback benötigte, griff zum Telefon. Wer schriftliche Informationen übermitteln wollte, schrieb eine E-Mail, früher vielleicht auch einen Brief. Mit dem Aufkommen der Mobiltelefonie kamen Kurznachrichten hinzu. Heute sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Eher private Dienste wie der Facebook-Messenger, Whatsapp und Viber, Mischformen wie Skype oder eher geschäftsbezogene Dienste wie Slack: Verschiedene Angebote ermöglichen Funktionen, die zwar ähnlich, aber eben nicht identisch sind und die über getrennte Kanäle laufen.

Gerade weil die Dienste nicht identisch sind, sind die Präferenzen der Nutzer unterschiedlich. Das führt dazu, dass man auf unzähligen Plattformen gleichzeitig erreichbar sein muss, um für möglichst viele Personen erreichbar zu sein.

Das wurde dem Wiener Grafiker Stefan Malzner irgendwann zu mühsam. Also setzte er sich am 12. Februar an den Rechner und tüftelte an einer Lösung des Problems. «Ich musste privat schon vier verschiedene Netzwerke nutzen, um mit allen Freunden und Bekannten zu kommunizieren. Dazu kamen die geschäftlich genutzten Dienste. Ich hatte das Gefühl, nur noch zwischen den einzelnen Browserfenstern und Apps hin und her zu wechseln», sagt Malzner. Seine Idee war so einfach wie elegant: In einem einzigen Desktop-Programm sollten alle Dienste in verschiedenen Tabs angezeigt werden. Die Entwicklungszeit bis zur ersten Version war kurz, sagt Malzner: «Zwei Tage später hatte ich den ersten funktionierenden Prototyp gebaut.» Anstatt tief in die einzelnen Programme einzudringen, nützt er deren Web-Interfaces. «Das hat den Vorteil, dass die Dienste genau so aussehen, wie man es sich gewöhnt ist», erklärt Malzner.

Programmiert in zwei Wochen
Zwei Wochen später hatte er das Programm so weit entwickelt, dass es einem breiteren Publikum vorgestellt werden konnte. Am 1. März liess er einen Bekannten auf der Plattform Product Hunt einen Eintrag erstellen und nannte sein Programm «Franz». Der spezielle Name hat eine einfache Geschichte. Als Malzner vor vier Jahren seine erste App programmierte – einen Einkaufsassistenten –, wollte er sie «Shoppster» nennen. Als die App fertig und das gesamte Branding aufgegleist war, erschien eine andere App unter ebendiesem Namen. Malzner hatte nicht den Nerv, sich noch lange Gedanken um einen neuen Namen zu machen. Also nannte er die App «Horst». Als er später eine App für Rezepte programmierte, bekam sie den Namen «Grete». Fortan sollten also «Horst» und «Grete» beim Einkaufen und Kochen helfen. Zu diesem Zeitpunkt, als das derzeitige Programm noch nicht mal als Idee existierte, sagte er bereits scherzhaft, dass die nächste Entwicklung «Franz» heissen würde. Aus dem Scherz wurde Realität. «Dank dem berühmten Namensvetter Kaiser Franz-Josef ergibt das auch einen besonderen Sinn», sagt Malzner. «Ein Kaiser musste ja viel kommunizieren.»

Die Nutzer auf Product Hunt gaben der Idee schnell viel Kredit. Mit sogenannten Upvotes drückten sie Gefallen an der Idee aus. «Nach wenigen Stunden hatte ich 800 Upvotes, normalerweise kommen bei guten Ideen im gleichen Zeitraum etwa 200 bis 400 zusammen.» Malzner hatte offenbar einen Nerv getroffen. Noch am ersten Tag besuchten 15’000 Leute die Website Meetfranz.com. Schon eine Woche später verzeichnete das Programm 22’000 Installationen und über 10’000 tägliche Nutzer. Inzwischen hat sich der Österreicher mit dem Technologie- und Wirtschaftsberater Jonathan Burke Unterstützung geholt. Dieser kümmerte sich auch um die Windows- und Linux-Versionen des Programms.

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Zurzeit bietet das Programm die Integration von 14 Nachrichtendiensten, wie zum Beispiel Slack, Whatsapp, Facebook Messenger oder Google Hangouts. Schon in naher Zukunft sollen weitere Dienste hinzukommen. «Wir planen, mit jedem Update mindestens zwei neue Services zu integrieren. Vor allem möchten wir die wichtigsten Dienste aller Kontinente abdecken, bisher waren wir eher auf die westliche Welt fokussiert», sagt Malzner. Schon bald soll beispielsweise Tweetdeck eingeführt werden, womit auch Twitter-Accounts in «Franz» angezeigt werden können. Das dürfte dem Programm noch einmal einen neuen Schub verleihen.

Auch bezüglich der Monetarisierung seiner Plattform macht sich Malzner Gedanken. Er erwähnt aber, dass die Version für die private Nutzung gratis bleiben soll – auch um eine schnelle Verbreitung zu ermöglichen. Für die interne und externe Kommunikation von Firmen kann er sich aber sehr wohl eine Bezahlvariante vorstellen, die dann auch zusätzliche Features bieten würde. Wichtig ist Malzner, dass er alle Lösungen ohne den Verkauf von Daten ermöglichen will. Ohnehin ist ihm das Thema Datenschutz wichtig. Bei den bisher integrierten Diensten speichert «Franz» keine Daten ab und liest auch nichts mit. «Sollte das technisch nicht bei allen zukünftigen Diensten machbar sein, müssen wir den Datenschutzgedanken natürlich noch einmal neu und ausgiebig definieren», sagt Malzner.


Dieser Text erschien am 17. April 2016 in der NZZ am Sonntag.

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Nur Lichtensteig ist medial sozial

Social Media wie Facebook und Twitter sind aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Die Toggenburger Gemeinden halten sich bisher aber zurück, diese neuen Kanäle zu bespielen. Einzige Ausnahme ist Lichtensteig.

«Mit Social Media kann man die Bürger dort erreichen, wo sie sowieso sind.» Hans-Dieter Zimmermann, Dozent für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule St. Gallen, ist vom Nutzen von Social Media wie Facebook überzeugt. «Die Kultur der direkten Demokratie erfordert es, den Puls der Bevölkerung zu spüren.» Das werde schwierig, wenn man nicht die Medien nutze, die von den Bürgern genutzt würden.

Nur Lichtensteig auf Facebook
Bei den Toggenburger Gemeinden teilt man diese Ansicht bisher nicht vollständig. Einzig Lichtensteig ist auf Facebook vertreten. Den Account betreut Mirjam Hadorn, die Kulturvernetzerin der Gemeinde, zusammen mit dem Stadtpräsidenten Mathias Müller. «Der Entscheid, uns auf Facebook zu präsentieren, war eine Folge der Strategieentwicklung vor einigen Jahren», sagt Hadorn. «Wir haben beurteilt, wie wir einzelne Zielgruppen am besten erreichen können, und uns zum Ziel gesetzt, die Online-Präsenz massiv zu erhöhen.» Inhaltlich setzt die Gemeinde vor allem auf eher kurzfristige Informationen und auf Unterhaltendes. «Für die grundsätzlichen, langfristig gültigen Informationen zur Gemeinde ist die Webseite nach wie vor geeigneter», erklärt Hadorn.

Viele Heimweh-Lichtensteiger
Aktuell weist die Facebook-Seite der Gemeinde Lichtensteig rund 600 Likes auf. «Wir haben aber festgestellt, dass darunter auch einige Heimweh-Lichtensteiger sind, die so den Bezug zur Heimat erhalten möchten», gibt Hadorn einen Einblick in die Nutzer der Seite. Organisatorisch sei die Webseite schon ein zusätzlicher Aufwand. Mit einem Redaktionsplan sei das aber gut zu machen. Natürlich müsse man im Notfall schnell reagieren können, dafür sei die Handy-App sehr praktisch. Zu einem kritischen Vorfall sei es bisher noch nicht gekommen. Weitere Kanäle sind vorerst nicht geplant.

Zehn Stellenprozente nötig
Bei allen anderen Gemeinden lässt sich kein Facebook-Auftritt finden. Doris Gmür-Hinterberger, Ratsschreiberin der Gemeinde Nesslau, sagt, dass die Frage in ihrer Gemeinde noch gar nie aufgekommen sei. Zurzeit sei sogar der Zugriff auf Facebook auf den Rechnern der Verwaltung gesperrt. Auch in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann habe man sich noch gar nicht überlegt, ob man auf diesen Kanälen auftreten wolle, erklärt Ratsschreiberin Sabrina Koller. Stärker damit auseinandergesetzt hat sich die Gemeinde Kirchberg. Ratsschreiber Magnus Brändle sagt: «Wir sind hin- und hergerissen.» Vor allem die nötigen Ressourcen bereiten Brändle Sorgen. «Wenn wir mit Facebook beginnen, wollen wir das richtig machen.» Er verweist auf eine Aussage von Tanja Huber, Autorin des «Leitfaden Social Media Kommunikation für Gemeinde- und Stadtverwaltungen», die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Schweizer Gemeinde» erwähnt wird. Untersuchungen hätten gezeigt, dass etwa zehn Stellenprozente nötig sind, um einen Social-Media-Auftritt zu betreuen. In der Gemeinde Kirchberg käme zudem hinzu, dass auf den 1. Januar ein eigenes Gemeindeblatt lanciert wurde, das ebenfalls Ressourcen binde. «Wir bewerkstelligen das schon ohne zusätzliches Personal. Deshalb möchten wir erst mal schauen, wie sich das Gemeindeblatt etabliert, bevor wir eventuell mit Social Media starten.»

Facebook nur mit Interaktion
Auch Zimmermann betont, dass man es ernsthaft machen muss: «Facebook zum Beispiel bietet Möglichkeiten, sofort zu reagieren und unmittelbares Feedback zu erhalten. Daran muss man sich erst gewöhnen. Facebook lediglich als Informationskanal zu nutzen, ohne die Interaktion zu suchen, macht wenig Sinn.» Wegen des Aufwands sieht er denn auch eher einen Auftritt auf Facebook als auf Twitter. «Auf Facebook sind mehr Leute zu finden und es ist weniger komplex als Twitter.»

Huber geht im erwähnten Artikel weiter. Die Kommunikation auf Plattformen wie Facebook oder Twitter hätte das Potenzial, die schwindende Partizipation der Bürger zu mindern. Die Bürger würden auch erwarten, dass man sie dort informiere, wo sie sich aufhielten. Dem stimmt auch Zimmermann zu. In der Gemeinde Grabs begleitet er deshalb aktuell ein Projekt, das Kinder und Jugendliche in die politische Gemeindearbeit aktiv einbeziehen will. «Das Projekt basiert auf elektronischen Medien.» Zimmermann ist überzeugt, dass sich solche Projekte durchsetzen werden.


Dieser Artikel erschien am 26. April 2016 im Toggenburger Tagblatt.

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Die SVP verliert beim Panaschieren

Die SVP ist die Siegerin bei den Kantonsratswahlen im Toggenburg: am meisten Stimmen, am meisten Sitze, die stärkste Jungpartei. In der Panaschierstatistik muss die Partei aber Federn lassen.

Ein Blick in die Panaschierstatistik im Wahlkreis Toggenburg offenbart Überraschendes. CVP und FDP sind sich näher, als man denken könnte, und SVP-Wähler sind weniger diszipliniert, als man erwarten würde.

Bei den Kantonsratswahlen können die Bürgerinnen und Bürger mit dem Wahlzettel zweierlei Präferenzen kundtun. Einerseits wählen sie jene Kandidierenden, die sie nach St. Gallen schicken möchten. Andererseits geben sie mit der Listenbezeichnung auch ein Votum ab, welcher Partei sie sich am nächsten fühlen. Die Parteizugehörigkeit der präferierten Kandidierenden muss dabei nicht mit jener Partei übereinstimmen, die für die Listenbezeichnung den Vorzug erhält. Wer grundsätzlich der SVP nahe steht, kann seine Liste entsprechend bezeichnen und trotzdem einen Kandidaten der CVP aufführen. Das nennt sich dann Panaschieren und führt im Nachgang der Wahlen zu verschiedenen Auswertungen, die auch gerne für die Erklärung des Resultats herangezogen werden.

Panaschierköniginnen im Toggenburg sind die CVP und die FDP. Die CVP holt 6522 Stimmen auf Listen mit anderen Parteibezeichnungen, rund 17 Prozent ihrer gesamten Stimmen. Bei der FDP sind es zwar nur 5789 Stimmen, das macht dafür rund 20 Prozent ihrer Gesamtstimmenzahl aus. Die SVP ist in dieser Statistik mit nur 2681 so erhaltenen Stimmen – rund 5 Prozent ihrer Gesamtstimmenzahl – weit abgeschlagen.

Viel überraschender als die nackten Zahlen der so gewonnenen Stimmen ist aber die Analyse, wer an wen Stimmen abgibt. So zeigt sich nämlich, dass die Toggenburger Wählerschaft der FDP und der CVP weiterhin eine ähnliche Position zuzuschreiben scheint. Die Stimmen, die die FDP auf CVP-Listen gewinnt, verliert sie nahezu alle wieder auf eigenen Listen an die CVP. Einen Kandidaten mit einem der jeweils anderen Partei auszutauschen, scheint für ähnlich viele Wähler der beiden Parteien kein Problem zu sein. Eher hätte man diese Erkenntnis bei der FDP und der SVP erwartet. Schliesslich sind sich die beiden Parteien im Kantonsrat oft sehr nahe. Es zeigt sich jedoch ein so nicht unbedingt zu erwartendes Bild. Auf FDP-Listen gehen nur 999 Stimmen an die SVP, während es in die andere Richtung satte 2440 sind. Offenbar sehen SVP-Wähler Kandidaten der FDP bedeutend häufiger als valable Alternative als im umgekehrten Fall.

Sowieso scheinen die SVP-Wähler häufig für andere Parteien zu votieren. An die CVP verliert die Volkspartei auf eigenen Listen ebenfalls viele Stimmen – über 3000 sind es hier. Auch wenn die SVP an andere Parteien kaum noch Stimmen abgibt, insgesamt verliert sie mit Abstand am meisten Stimmen durch eigene Listen, die von den Wählenden panaschiert wurden. 6431 Stimmen gehen der Partei so verlustig. Bei der CVP, die am zweitmeisten verliert, sind es bereits nur noch 4123.

Auch die Betrachtung des Saldos ist für die SVP im Thur- und Neckertal nicht erfreulicher. Für sie resultiert durch das Panaschieren ein Minus von 3750 Stimmen. Damit liegt sie auf dem letzten Platz. Die EVP, die hier auf dem zweitschlechtesten Platz liegt, verliert nur 919 Stimmen. Die FDP (+2202) und die CVP (+2399) führen die Statistik an. Der Unterschied von der CVP zur SVP beträgt also über 6000 Stimmen.

Doch auch mit einer besseren Panaschierstatistik hätte die SVP keinen zusätzlichen Sitz gewonnen, obwohl sie damit ihren Wähleranteil theoretisch um mehrere Prozent hätte steigern können. Trotzdem sollte der Partei die Statistik zu denken geben. Wenn ein Kandidat auf fremden Listen Stimmen holt, spricht das sowohl für eine breite Bekanntschaft als auch für einen guten Leistungsausweis. Die SVP kann zwar auf eine grosse Stammwählerschaft zählen, mit einzelnen Kandidierenden bei den Stammwählern anderer Parteien zu punkten, scheint ihr jedoch bedeutend schwerer zu fallen. Noch bemerkenswerter: Offenbar werden die eigenen Kandidaten auf der SVP-Liste gerne mit Kandidaten anderer Listen ausgewechselt. Die grosse Stammwählerschaft scheint sich zwar mit der Partei verbunden zu fühlen, weniger jedoch mit einzelnen Kandidierenden. Um daran etwas zu ändern, sind die Themen entscheidend, die für das Toggenburg von grosser Bedeutung sind. Wer hier im Sinne der Region stimmt, darf auf Stimmen jener Wählenden hoffen, die ansonsten eher andere Parteien präferieren.


Dieser Artikel erschien am 5. März 2016 im Toggenburger Tagblatt.

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Hong Kong FC – Wofoo Tai Po 


Hong Kong FC Stadium22. November 2015
Hong Kong FC Stadium
Zuschauer: ca. 100
Resultat: 1:2

Als sich 2012 die Übergabe Hongkongs von Großbritannien an China zum 15. Mal jährte, wurden in meinem Hotelzimmer in Peking die internationalen News-Kanäle jedes Mal nach ein paar kritischen Worten schwarz. China will sich als geeintes Land präsentieren. Die gern zitierte Formel „Ein Land, zwei Systeme“ wird auf der ersten Hälfte betont. Kritik ist da nur hinderlich. Die britische Vergangenheit Hongkongs ist aber offensichtlich. Viertel tragen englische Namen, Straßenschilder sind zweisprachig, und sogar Warteschlangen zeichnen sich durch englische Disziplin aus. Wenig verwunderlich, dass sich die britische Vergangenheit auch im Fußball zeigt. Der älteste Verein der Stadt, der Hong Kong FC, wurde 1886 von einem Briten gegründet. Von diesen Wurzeln scheint der Klub nie abgerückt zu sein. Außerhalb Großbritanniens wird sich kaum ein Verein finden lassen, der britischer wirkt.

Das kleine Stadion des Vereins liegt im Innern einer Pferderennbahn. Hinter dem einen Tor wird Landhockey gespielt. Hinter dem anderen Tor liegt das Klubheim, das zumindest von innen an ein Pub erinnert. Daneben wird der britische Boccia-Verschnitt Bowls gespielt, und auf dem Fußballfeld sind zudem Markierungen für Rugby angebracht. Nur der Kunstrasen will nicht so recht ins Bild passen. Darauf läuft bei unserer Ankunft bereits ein Spiel. Gemäß Anzeigetafel spielen die Colts gegen die Wanderers. Nach einer kurzen Google-Recherche stellen wir fest, dass beides Teams des HKFC sind. Trotzdem handelt es sich um ein normales Ligaspiel der höchsten Amateurliga.

Mit 20 Minuten Verspätung folgt das Match, das der eigentliche Grund für unseren Besuch ist. Dass mit dem HKFC und Wofoo Tai Poo die beiden Erstplatzierten der zweithöchsten Liga aufeinandertreffen, lässt leider nicht auf guten Fußball schließen. Die Gäste sind etwas weniger schlecht und gehen 2:0 in Führung. Der HKFC kann zwar noch den Anschlusstreffer erzielen, die drei Punkte nehmen aber die Gäste aus dem etwas abseits der Großstadt gelegenen Tai Poo mit. Vielleicht auch weil der Klub nicht direkt in Hongkong beheimatet ist, spielen bei Tai Poo praktisch nur Chinesen. Das Heimteam zieht den britischen Charakter auch im Kader durch. In der ersten Mannschaft stehen den Namen nach hauptsächlich Expats, viele davon scheinen britischer Herkunft zu sein. „Ein Land, zwei Systeme“ ist offenbar auch für Hongkongs Fußball ein Leitsatz. Mit Betonung auf der zweiten Hälfte.

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Hong Kong FC Stadium


Dieser Text erschien am 2. Februar 2016 beim ballesterer.

 

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